21.01.2008

Über 100 Gäste beim Neujahrsempfang (Teil I)

Ursula Hammann und H.-J. Fell (von links) beim Empfang der Bergsträßer Grünen. BILD: Funck / BA
Berichterstattung Bergsträßer Anzeiger

Für Wechsel in der Energiepolitik

Bensheim. Sie wollen den Wechsel - in Hessen, aber vor allem in der Energiepolitik. Beim Neujahrsempfang der Bergsträßer Grünen und der Grünen Liste Bensheim machten das auch Grünen-Politiker aus Bund und Land bei der gut besuchten Veranstaltung im Hotel Felix deutlich.

Acht Tage vor dem hessischen Urnengang war klar, dass der Neujahrsempfang nochmals als kräftiger Motivationsschub für die letzte Wahlkampfwoche genutzt wird. Ihr Ziel, in Hessen einen Machtwechsel herbeizuführen, begründeten die Grünen beim Neujahrsempfang schwerpunktmäßig mit der Notwendigkeit einer Energiewende in Hessen. Gleichzeitig wäre ein rot-grüner Wahlsieg in Hessen auch ein Signal für Berlin, wo die große Koalition nicht mehr weiter komme.

Als Kenner der Materie nahm Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie- und Technologiepolitik der Grünen im Bundestag und Obmann im Umweltausschuss, zum Thema Stellung. Er verwies auf den Zusammenhang von Energie- und Gesellschaftspolitik, erinnerte an Umweltkatastrophen als Folge der Klimaveränderung und nannte die Gründe dafür: "Die Klimaveränderung kommt, weil wir nicht rechtzeitig die Emissionen vermindert haben", so Fell.

Falsch sei auch die Aussage, ohne das Verbrennen von Erdöl, Erdgas und Kohlenstoffen sei unser Wohlstand nicht aufrecht zu halten. Genau das Gegenteil sei der Fall, denn diese Rohstoffe seien endlich. Dass die Ressourcen knapper seien, als wir denken, zeige sich auch am Ölpreis. Ende 1998 habe das Fass Rohöl noch 10 Dollar gekostet, im Januar sei es auf den Rekordpreis von 100 Dollar gestiegen. Und laut Experten werde sich der Preis bis 2018 wegen der zunehmenden Knappheit noch verdoppeln. Von der Mineralölwirtschaft werde diese Begründung aus eigenem Interesse aber nicht zu hören sein, denn das hätte dann auch Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten.

Mit einem System aus erneuerbaren Energien und Energieeinsparung ist nach Auffassung von Fell ein Energiewandel möglich. So würden beispielsweise nur etwa 2,2 Prozent der Weltenergienachfrage durch die bestehenden Atomkraftwerke gedeckt. Dagegen kämen Ende 2007 alternative Energiequellen auf 14,3 Prozent.

Laut Fell sei in Hessen eine solare Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten möglich. Voraussetzung seien aber ein Machtwechsel und starke Grüne in einer rot-grünen Koalition. Hessen habe das Potenzial für eine Energiewende, stellte Ursula Hamman, Sprecherin der Grünen für Umwelt, Energie, Natur- und Tierschutz im hessischen Landtag, fest. Mit Ministerpräsident Koch sei aber keine Veränderung möglich, vielmehr seien von ihm alle zukunftsfähigen Programme gestrichen worden. Heute stehe Hessen bei der CO2-Reduktion an letzter Stelle der Bundesländer.

Bevor der Berliner Abgeordnete Omid Nouripour nach einigen bundespolitischen Ausführungen zum geselligen Teil des Abends überleitete, hatten auch die beiden Direktkandidaten der Grünen im Kreis Bergstraße, Evelyn Berg und Helmut Rinkel für den Machtwechsel in Hessen geworben. Grüße der Bensheimer Grünen Liste übermittelte die Stadtverordnete Hille Krämer. js Bergsträßer Anzeiger 21. Januar 2008



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