07.02.2008

Klimaschutz

Begutachten ökologisches Dämm-Material. Von links: Ehepaar Bucher, Anne Metz-Denefleh, Dieter Angermann, Thilo Figaj

Auch im Fachwerkhaus lässt sich viel Energie sparen

Bericht des Bergsträßer Anzeigers / Gerlinde Scharf

Lorsch. Nicht umsonst wurden Ulrike und Tobias Bucher 2007 vom ZDF zum "Energiesparmeister" gekürt - und zur Preisübergabe mit neun anderen Gewinnern nach Berlin eingeladen. Immerhin: Die Buchers waren die einzigen Hessen, die den strengen Anforderungen der Jury gerecht werden konnten und unter mehr als eintausend Mitbewerbern herausgefiltert wurden.

Vor einigen Tagen schauten sich Franz Apfel, Rosi Suthold und Thilo Figaj von der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in dem Niedrigenergiehaus der Buchers in der Stiftstraße 21 um. Begleitet wurden sie von Mitgliedern des Grünen-Ortsverbands in Lorsch, Stadträtin Anne Metz-Denefleh und Fraktionssprecher Dieter Angermann.

Da es sich bei der Immobilie nicht etwa um einen Neubau, sondern um ein mehr als 300 Jahre altes Fachwerkhaus handelt, sind die Investitionen des umweltbewussten Ehepaars umso bemerkenswerter. Vermutlich handelt es sich sogar - zumindest in Hessen -, um das einzige Fachwerkhaus, das komplett und von Grund auf entkernt und anschließend energetisch rundum saniert wurde.

Hausherr Tobias Bucher hat bei den mehrere Jahre andauernden Renovierungsarbeiten derart viel "Blut geleckt", dass sich der gelernte Maschinenbauer mittlerweile zum Energieberater hat umschulen lassen.

Das Interesse an erneuerbaren Energien war bei ihm allerdings viel früher vorhanden. Schon seine Diplomarbeit schrieb der Häuslebesitzer 1993 über Photovoltaikanlagen, was damals durchaus nicht der Norm entsprach.

Weder von Spöttern noch von Skeptikern haben sich Ulrike und Tobias Bucher in der Vergangenheit "irre" machen lassen und haben ihr Konzept stattdessen konsequent durchgezogen. Heute gelten sie als Vorreiter und Vordenker auf einem immer stärker boomenden Energiespar-Markt.

Haustechnik auf neuestem Stand

Die Buchers haben während des fünf Jahre dauernden Umbaus die Hautechnik in ihrem alten, windschiefen Fachwerkhäuschen auf den allerneusten Stand gebracht.

Sie ließen eine Erdgas-Brennwerttherme mit thermischer Solaranlage, eine Lüftungsanlage mit Kreuzstromwärmetauscher, Wärmeschutzfenster, Sonnenkollektoren und eine Photovoltaikanlage mit zehn Modulen installieren.

Damit die alten Eichenbalken des Fachwerks wieder zur Geltung kamen, verlegten die Bauherren die Dämmung und Isolierung auf den Innenbereich. Eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus Flachs und Mineralwolle leistet einen optimalen Spareffekt.

Ein Viertel weniger Verbrauch

Bereits im ersten Jahr nach der Komplettsanierung im vorherigen Winter hat sich der Energieverbrauch von Familie Bucher um ein Viertel reduziert. Bedenkt man, wie sehr die Energiekosten seither angestiegen sind, dürfte in diesem Winter auch die Haushaltskasse der Familie mächtig sparen.

Bergsträßer Anzeiger 07. Februar 2008

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