29.12.2008

GL Heppenheim: Kritik an Einleitung von Tiefenwasser in Hinteren Bruch

BILD: BA

Bergsträßer Anzeiger

Bei einem Ortstermin im Hinteren Bruch zeigte sich den Mitgliedern der Grünen Fraktion (GLH) ein nach ihrer Meinung wenig erfreuliches Bild von den seit Monaten dauernden Wassereinleitungen durch die Odenwald-Quelle in die unter Naturschutz stehenden Acker- und Schilfflächen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion.

Über Wochen hinweg sei sedimenthaltiges Grundwasser über einen Graben abgeleitet worden, der sein Wasser zunächst Richtung Bruchsee abgeführt habe. Durch die Versandung sei allmählich das Bachbett verschwunden - mit der Folge, dass das gesamte Wasser sich einschließlich des Sedimentes in die umliegenden Flächen ergossen habe.

Bohrung eines neuen Tiefbrunnens

Das Unternehmen habe über eine Spezialfirma die Bohrung eines weiteren Tiefenbrunnens zur Steigerung ihrer Mineralwasserproduktion in Auftrag gegeben. Diese "Bohrung befindet sich unmittelbar an den Bahngleisen und grenzt an den sogenannten Hinteren Bruch - das Gebiet zwischen dem Bruchsee und der Landesgrenze.

Von Schilf bewachsene moorige Böden seien gegenüber pH-Verschiebungen äußert empfindlich. Ob die Schilfflächen, die als so genannte FFH-Flächen unter einem besonderen Schutz stehen, in ihrem Bestand gefährdet sind, vermag zur Zeit niemand zu sagen.

Zu dieser entscheidenden Frage aber schweige die Betriebsleitung der Odenwald-Quelle, heißt es weiter. "Wie die oberen Naturschutzbehörden diese Wassereinleitungen über so einen langen Zeitraum dulden können", ist für Franz Beiwinkel, Mitglied im Heppenheimer Magistrat, "völlig unerklärlich".

Seit Anfang Dezember werde nun das Grundwasser in den Bombach eingeleitet. Auch wenn dies die weniger umweltschädliche Art der Wasserentsorgung sein mag, so die Befürchtungen von Naturschützern, werde es auch zu einer Schädigung des ökologischen Gleichgewichtes entlang des Bombachs bis hin zum Bruchsee kommen.

Selbstverständlich sehe die Grüne Liste die Erschließung neuer Brunnen zur Steigerung des Marktanteils als eine Stärkung des Standorts Heppenheim. Ökologie und Ökonomie dürften aber besonders von Firmen, die mit Natur werben, nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Grüne Liste erwarte von den Verantwortlichen der Grundwassereinleitung eine baldige Schadensbehebung, die sich nicht allein auf die Reinigung der Gräben bezieht. Darüber hinaus müsse künftig einer Tiefenbohrung mit Ableitung von unter Druck stehendem Grundwasser (einem sogenannten artesischen Brunnen) eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorangehen, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. zg

Bergsträßer Anzeiger

29. Dezember 2008

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