09.01.2009

Das Déjà-vu des grünen Bildungsexperten

Bild: Südhessen Morgen

Bericht des Südhessen Morgen / Klaus Becker

Mathias Wagner, bildungspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, kam sich am Mittwochabend ein wenig vor "wie bei ,Täglich grüßt das Murmeltier'". Exakt vor 365 Tagen war der Abgeordnete schon einmal in Lampertheim gewesen, um Wahlkampf zu machen, nun wiederholt sich sein Besuch im Gasthaus Krone. Dazwischen lag ein turbulentes Jahr, das das Selbstbewusstsein der Grünen aber noch gestärkt hat: "Es ist nichts falsch geworden, was vor einem Jahr gestimmt hat", betont Wagner. Sein Spezialgebiet ist zwar in der öffentlichen Wahrnehmung eher in den Hintergrund getreten, doch der 34-Jährige ist überzeugt: "Die Bildungspolitik ist das größte Problem in Hessen, in allen Umfragen sagen die Bürger das trotz der Finanzkrise."
Den nur zehn neugierigen Bürgern in der Krone erklärt Wagner deshalb, was die Grünen anders machen wollen: "Wir wollen die Schulen endlich mehr selbst entscheiden lassen." Dazu gehöre auch, dass der Hälfte aller weiterführenden Schulen gemeinsames Lernen aller Schüler ermöglicht werden solle. Das Ganztagesangebot solle ausgeweitet werden, "aber eben in der Form, die die einzelne Schule für richtig hält". Außerdem treten die Grünen für eine "105-prozentige Lehrerausstattung" ein.
"Schüler entlasten"
Was denn aus G 8 werde, will ein Lehrer vom Bildungspolitiker wissen. "Wir brauchen kurzfristige Entlastungen der Schüler", fordert Wagner. "Und wieder eine sechsjährige Mittelstufe - aber das geht nicht von heute auf morgen." Immer wieder betont Wagner den Realitätssinn der Grünen, auch im Unterschied zur SPD.
Der Bergsträßer Direktkandidat der Grünen, Ralf Löffler, "bedankt" sich trotzdem bei seinem Konkurrenten Norbert Schmitt, der im Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt hatte, nicht mehr als Generalsekretär der Hessen-SPD zu kandidieren: "Wenn er schon vor der Wahl das Handtuch wirft, heißt das, es gibt nur noch einen Direktkandidaten aus dem linken Spektrum, der kämpft."

Südhessen Morgen
09. Januar 2009

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