25.03.2009

Bergsträßer Anzeiger: Interview mit Jochen Ruoff

"Entscheidend ist der Souverän"

Herr Ruoff, Ihre Nominierung als Landratskandidat der Grünen muss wiederholt werden - wegen eines Formfehlers. Was ist passiert?

Jochen Ruoff: Es wurde offen und nicht geheim abgestimmt. Wir hatten da einen kollektiven Aussetzer.

Der Mangel lässt sich korrigieren. Schlimmer ist, dass lediglich 14 Mitglieder Ihrer Partei an der Abstimmung teilgenommen haben. Das ist Wasser auf die Mühlen von Kritikern unserer Parteiendemokratie, die Politikern oft die demokratische Legitimation absprechen.

Ruoff: Entscheidend ist, gerade bei einer Persönlichkeitswahl, wie die Wähler abstimmen. Sie sind der Souverän.

Trotzdem können Sie nicht bestreiten, dass die Beteiligung am innerparteilichen Auswahlprozess dürftig war. Haben Sie tatsächlich kein schlechtes Gefühl dabei?

Ruoff: Nein. Weil ich weiß, dass ich mir der Unterstützung durch die Ortsverbände sicher sein darf. Als ich bei der letzten Kommunalwahl als Spitzenkandidat quer durch den Kreis gewandert bin, haben sie sich richtig ins Zeug gelegt. Das wird auch diesmal nicht anders sein.

Weshalb nicht schon bei der Kreismitgliederversammlung?

Ruoff: Vielleicht, weil viele davon ausgehen, dass das Votum eh eindeutig ist. Deshalb bin ich auch ein Verfechter des Delegiertenprinzips, weil es ein ganz anderes Bewusstsein schafft und nicht so unverbindlich ist wie eine offene Mitgliederversammlung, zu der man hingeht oder auch nicht. sl

Bergsträßer Anzeiger
25. März 2009

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