04.05.2009

Finanzexperte Dr. Schick sprach in Bensheim

Gerhard Schick (vorne) und Jochen Ruoff (Mitte). Bild: BA/Lotz

Grüne sehen Krise als Chance


BERGSTRÄSSER ANZEIGER: Bergstraße/Bensheim. Die Finanzkrise war Thema eines gut besuchten Diskussionsabends am 29.4., zu dem der Kreisverband der Grünen nach Bensheim eingeladen hatte. Dr. Gerhard Schick, grüner Bundestagsabgeordneter aus Mannheim, beleuchtete die Krise, nachdem die Gäste Fragen zum Thema notiert hatten.

Der Experte machte deutlich, dass die Grünen in der Krise auch eine Chance sehen, die es zu nutzen gilt. Überall dort, wo der Staat jetzt einsteige, könne in Richtung neuer Finanzmarktordnung auch etwas geändert werden, verwies Schick auf den "Grünen New Deal", das neue Konzept der Grünen für eine nachhaltige, ökologische und soziale Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Eine Ursache für die Finanzkrise sei die Idee der selbstregulierenden Märkte. Daraus folgend seien viele Einzelfehler gemacht worden. Der Bundesregierung warf Schick vor, die Krise zu lange gesundgebetet zu habe. Ebenso liege sie mit ihrer Schätzung der Neuverschuldung um 50 Prozent zu niedrig.

Der weitere Krisenverlauf sei wegen des "gigantischen Volumens an Gegenmaßnahmen" schwer zu prognostizieren, so der finanzpolitische Sprecher der bündnisgrünen Bundestagsfraktion. Ein Indiz seien die Immobilienpreise: "Solange sie sinken, ist nicht davon auszugehen, dass die Wirtschaft sich erholt", sagte Schick.

So wie in einer boomenden Wirtschaft Betriebe pleitegingen, werde es auch in der Krise Unternehmen geben, die Gewinne machen. Große Probleme sieht der Experte allerdings in der Automobilindustrie: Hier sei aufgrund der Überproduktion jeder dritte Arbeitsplatz gefährdet.

Die aufgelegten Konjunkturpakete verglich Schick mit den Löschmaßnahmen der Feuerwehr, bei denen durch Wasser auf Nachbargebäude ein Übergreifen der Flammen verhindert wird. Allerdings dürfe die Gefahr für neue Blasen nicht übersehen werden. js

Bergsträßer Anzeiger
04. Mai 2009

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