01.10.2010

Kreisverband Bergstraße stellt Liste zur Kommunalwahl 2011 auf

Jochen Ruoff, Evelyn Berg, Rosemarie Sutholt, Christian Gerber, Bild: LOTZ

Berichterstattung der Presse im Bergsträßer Anzeiger und Starkenburger Echo

Bergsträßer Grüne wählen Evelyn Berg auf Listenplatz eins

Bergsträßer Anzeiger: Mit Evelyn Berg (Zwingenberg), Jochen Ruoff (Lindenfels) und Rosemarie Sutholt (Heppenheim) an der Spitze ihrer Kandidatenliste gehen die Bergsträßer Grünen in die Kommunalwahl am 27. März. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen zwei junge Aktive: Christian Gerber aus Einhausen, den viele noch als Bundestagskandidat in Erinnerung haben, und Carmen Kunz aus Lampertheim. Damit bestätigte die Kreismitgliederversammlung am Mittwochabend in Bensheim die Vorschläge des Kreisvorstands.

Auf den Plätzen 6 bis 10 folgen Thomas Fabian (Grasellenbach), Gerhard Ohlig (Mörlenbach), Ralf Löffler (Lindenfels), Wolfram Fendler (Bensheim) und Thilo Figaj. Auch hier folgten die Grünen den Vorschlägen ihres Kreisvorstands. Thilo Figaj, Unternehmer aus Lorsch und 2006 noch auf Listenplatz 4 zu finden, will künftig auf Kreisebene kürzertreten. Stattdessen will er sich vor allem auf die Arbeit in der Lorscher Stadtverordnetenversammlung und der Regionalversammlung Südhessen konzentrieren. Ob das gelingt, entscheiden die Wähler.
Apfel war kein Thema

Fehlen wird auf der Kandidatenliste am 27. März der Name Franz Apfel. 2006 noch auf Platz zwei gelistet, kam es jüngst zum Bruch mit dem 56-Jährigen, nachdem dieser nicht nur aus der Grünen Liste Bensheim (GLB) ausgetreten war, sondern darüber hinaus seine eigene Wählergemeinschaft "Bürger für Bensheim" gegründet hatte. "Einvernehmlich" war der Kreisvorstand nun der Forderung der GLB nachgekommen, Apfel für die Kreiswahlliste nicht mehr zu berücksichtigen - kein Wort fiel dazu am Mittwoch.

Zwei Neulinge sorgten dagegen für regen Austausch, vor allem der Wald-Michelbacher Hermann Engesser. Er ließ in Abwesenheit seine Bewerbung für einen grünen Listenplatz verteilen - und das erst zwei Tage nach seinem Ausschluss aus der SPD-Fraktion seiner Heimatgemeinde (wir berichteten). Engesser arbeite derzeit bei den Wald-Michelbacher Grünen mit und wolle der Partei auch formal beitreten, berichtete Gemeindevertreter Walter Kappes.

Doris Sterzelmaier (Bensheim), die ohnehin einen hinteren Listenplatz anstrebte, stellte Engesser daraufhin Platz 13 zur Verfügung, für den sie vom Kreisvorstand vorgeschlagen worden war. Auch Bettina Fendler (Bensheim) trat dafür ein, auf diese Weise Offenheit nach außen zu demonstrieren.
Guter Wille ist nicht genug

Dass Engesser in Abwesenheit guten Willen bekunden ließ, war einigen Parteimitgliedern dagegen nicht genug. So plädierte Gerhard Ohlig dafür, den Wald-Michelbacher "unbesehen" überhaupt nicht bei der Aufstellung der Kandidatenliste zu berücksichtigen. "Ich sehe nicht ein, dass wir ihm seine grüne Einstellung einfach so abnehmen", sagte Ohlig.

Überdies bewarb sich mit Steffen Thoma aus Viernheim ein zweiter Neuling für einen vorderen Listenplatz - ein neues Gesicht zwar, aber seit Jahren bei den (Mannheimer) Grünen engagiert. Da dürfe man Engesser, bis dato Sozialdemokrat, nicht den Vorzug geben, sprach Vorstandssprecher Figaj schließlich ein Machtwort. Bei der Kommunalwahl werden die Grünen nun mit Steffen Thoma auf Listenplatz 12 und Hermann Engesser auf Platz 16 antreten.

Insgesamt stehen 41 Kandidaten auf der grünen Liste. Bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2006 waren die Grünen mit sechs Sitzen in den Kreistag eingezogen. "Wir wollen mindestens zwei Sitze mehr. Ich gehe davon aus, dass wir bei der kommenden Wahl deutlich besser abschneiden, wenn wir es schaffen, das politische Stimmungsbild in sechs Monaten in entsprechendes Wählerverhalten umzusetzen", sagte Figaj dem BA. Zudem müsse die Partei bei den kommunalpolitischen Themen für die Bürger präsent sein.

Fraktionsvorsitzender Jochen Ruoff wünscht sich eine Konstellation, "in der es auf uns ankommt". Am liebsten mit wechselnden Mehrheiten, "damit die Inhalte wieder im Mittelpunkt stehen". rk

Bergsträßer Anzeiger
01. Oktober 2010


Starkenburger Echo: Evelyn Berg führt die Liste an
Grüne: Nach vier Stunden Sitzung 41 Kandidaten für die Bergsträßer Kreistagswahl am 27. März - Keine Koalitionsaussage

Evelyn Berg (53) aus Zwingenberg ist Spitzenkandidatin der Bergsträßer Grünen für die Kreistagswahl. Ihr folgt auf Platz zwei Jochen Ruoff (51), der mittlerweile wieder in Lindenfels wohnt. Die beiden führen eine Liste mit 41 Namen an. Vier Stunden dauerte es am Mittwoch Abend, bis die Grünen ihre Kandidaten benannt hatten.

Berg und Ruoff waren - in umgekehrter Reihenfolge - auch 2006 die Spitzenkandidaten. Ruoff ist Sprecher der sechsköpfigen Fraktion im Kreistag, der aus insgesamt 81 Abgeordneten besteht.

Er sagte nach der Sitzung, die aussichtsreichen Plätze eins bis zehn seien mit Kandidaten besetzt, die eine gute Mischung bildeten: Männern und Frauen, älteren und jüngeren Mitglieder sowie die einzelnen Regionen des Kreisgebiets seien in einem ausgewogenen Verhältnis vertreten.

Thilo Figaj (Lorsch) hatte die Vorschläge des Vorstandes erläuterte. Jeder der Kandidaten stellte sich dem Plenum vor. Gleitet wurde die Kreismitgliederversammlung von Philipp Droll. Der Heppenheimer war mit 17 Jahren jüngstes Mitglied. Auch damit wollten die Grünen ein Zeichen setzen. Die Partei, die in den achtziger Jahren wie ein Teil der Jugendbewegung wirkte, hat mittlerweile ein Nachwuchsproblem.

Vier Stunden lang wurde diskutiert und es wurde geheim abgestimmt; die ersten zehn Plätze jeweils einzeln, die weiteren Namen blockweise.

Franz Apfel (Bensheim), einer der Grünen Kommunalpolitiker im Kreis Bergstraße mit der größten Erfahrung, wird dem nächsten Kreistag aller Voraussicht nach nicht mehr angehören. Sein Name taucht auf der Liste der Grünen nicht auf. Mit seinem Verzicht auf eine Kandidatur hat er die Grünen vor einer innerparteilichen Zerreißprobe bewahrt.

In seiner Heimatstadt hat Apfel vor zwei Jahren der Grünen Liste den Rücken gekehrt und die Gruppierung »Bürger für Bensheim« gegründet. Die Bensheimer Parteimitglieder hätten es als unzumutbar empfunden, Apfel im Kommunalwahlkampf für den Kreistag zu unterstützen, wärend er bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung als Konkurrent auftritt.

Auf einem aussichtsreichen Listenplatz kandidiert Ralf Löffler (Lindenfels). Der Diplomingenieur gilt als Energieexperte der Bergsträßer Grünen.

Wie vor fünf Jahre möchten die Grünen ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf ziehen. Ginge es nach Ruoff, würden im nächsten Kreistag keinerlei Koalitionen geschmiedet, sondern es würde - ähnlich wie in vielen Stadt- und Gemeindeparlamenten - mit wechselnden Mehrheiten entschieden. Einen »Wettbewerb der guten Ideen« nennt Ruoff dieses Prinzip.

Ruoff meint, dass angesichts der finanziellen Notlage des Kreises die fraktionsübergreifende Zusammenarbeit das beste Mittel sei, Lösungen für die Probleme zu finden. Anzeichen für diese Art der Kooperation sieht er bereits. Das hätten die Abstimmungen gezeigt.

Die Grünen sind die erste Gruppierung, die eine Kreistagsliste verabschiedet hat. Die anderen Parteien folgen in den nächsten Monaten. Der Vorstand des CDU-Kreisverbands will am Samstag bekannt geben, welche Liste er einer Mitgliederversammlung vorlegen will. Der Kreistag wird am 27. März neu gewählt, genau wie der Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretung sowie die Ortsbeiräte. Auch mehrere Bürgermeisterwahlen - darunter in Heppenheim - sind für diesen Termin angesetzt.

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