Karin Müller, Mitglied des Hessischen Landtages und verkehrspolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion, hat das Kreisgebiet Bergstraße besucht. Am Dienstag, 07. August war sie der Einladung des Lampertheimer Ortsvereins gefolgt. Um 12:56h kam sie in Groß-Rohrheim mit dem Zug an. Weiter ging es über Biblis und Mannheim bis nach Lampertheim. Hier folgte am Abend dann die Grüne Veranstaltung: "Erweiterung der Ostumgehung Lampertheim im Norden und Fahrt in die Oberlache West"

 

Rede zur Info-Fahrt mit Karin Müller
Von Carmen Kunz
Vielen Dank Frau MdL Müller, dass Sie sich auf die Schnelle Zeit nehmen konnten, an dieser Informationsfahrt im Kreis Bergstraße teilzunehmen.
Hier an der Grenze der Verkehrsverbünde Rhein-Neckar und Rhein-Main in Groß-Rohrheim möchten wir Ihnen die verschiedene Problematiken des ÖPNV´s im Kreis Bergstraße darlegen und auf der Fahrt aufzeigen.
Auf der stark befahrenen Riedbahnstrecke von Frankfurt nach Mannheim verkehren u.a. Fernverkehr, Regionalexpresse, Regionalbahnen und Güterverkehr.
Die Regionalexpresse nach Frankfurt verkehren werktags im Stundentakt, dabei werden nicht alle Stationen angefahren. Die Regionalbahnen von Biblis nach Mannheim verkehren im 20/40 Takt, dieses ist dem Fernverkehr geschuldet.
Um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und als eine echte Alternative zum Individualverkehr darzustehen zu lassen, ist eine Hauptforderung, die sich aus der aktuellen Situation ergibt, die Einrichtung eines RE Halbstundentaktes mit gleichen Haltestellen bei allen Fahrten.
Dabei stößt man aber sofort auf das Hauptproblem, das Gelder fehlen, um diese Forderung umzusetzen. Zudem werden die Regionalisierungsmittel nicht erhöht und die Kosten steigen. Zudem werden GVFG-Gelder von den Zuständigen nicht oder zu spät beantragt. Des weiteren setzt die Landesregierung andere Prioritäten. Ein weiteres Problem ist, dass Trassen fehlen und Gleisinfrastrukturen z.B. südlich des Abschnitts Frankfurt-Goddelau-Erfelden abgebaut statt ausgebaut werden.
Wir liegen hier in der Metropolregion Rhein-Neckar im Dreieck der Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Rheinlandpfalz. In diesen Ländern werden unterschiedliche Zug- bzw. Triebwagentypen gefahren, so dass eine wünschenswerte Durchbindung in die Nachbarländern und Flügelungen z.B. in Biblis nicht möglich sind und bisher auch nicht angestrebt werden.
Eine weitere Problematik ist der seit Jahren geplante und bisher ins Stocken geradene S-Bahn Ausbau Rhein-Neckar von Biblis nach Mannheim. Die Bahn wich von der bisherigen Bauzeit ab/bis 2012 auf 2017 aus. Wobei dieser Ausbau im Grunde keine Verbesserung im laufenden Betrieb bedeutet. Eine Verdichtung des SPNV vom Ried nach Frankfurt findet nicht statt. Wünschenswert ist hier zusätzlich zum halbstündlichen RE ein halbstündiges S-Bahn-Angebot.
Wenn man sich hier im Regionalverkehr umsieht, dann ist speziell für Groß-Rohrheim der ÖPNV verbesserungswürdig. Hier fehlt an Sonn- und Feiertagen ein Ein-Stundentakt, aktuell wird hier ein unbefriedigender 2-Stunden-Takt angeboten.
Eine Verbesserung der Busverbindungen ist ebenso anzustreben. Denkbar und wünschenswert eine Verbindung Heppenheim-Lorsch-Einhausen-Groß-Rohrheim-Biblis-Wattenheim-Nordheim-Hofheim Bhf
Oder/und Bensheim-Schwanheim-Einhausen-Groß-Rohrheim-Biblis-Wattenheim-Nordheim-Hofheim Bhf-Worms Hbf.
Mit einer Buslinie ab Alsbach Straba Endstelle über Hähnlein-Langwaden nach Groß-Rohrheim – Biblis würden wir eine vernünftige Ostverbindung an die Bergstraße aufbauen.
Positiv in der jüngeren Vergangenheit ist die Einrichtung eines Ruftaxis in Richtung städt. Klinikum Worms.
Bei allem stellt sich die Frage nach der Finanzierung des Busverkehres für die Kommunen, hier muss man sich öffnen für neue Wege und Hilfe geben.
Frau Müller, sie sehen, bei uns im Süden Hessens ist der ÖPNV im Dornröschenschlaf und gehört endlich wachgeküsst und den heute notwendigen Vorgaben und Bedingungen angepasst.
Wir möchten Ihnen nahelegen im hessischen Landtag in Ihrer Funktion als verkehrspolitische Sprecherin des Bündnis 90 / Die Grünen, der aktuellen Hessischen Regierung vehement gegen Mittelkürzung und Streichung zu kämpfen und auf einen besseren und schnelleren Ausbau des ÖPNV zu bestehen.

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