Bericht zum Urwahlforum in Frankfurt/Main am 01.10.2012

Bericht zum Urwahlforum in Frankfurt am Main am 1.10.12 (von Birgit Rinke)


Gestern versammelten sich im Casino der Stadtwerke, Kurt-Schumacher-Str. 10, elf der fünfzehn Kandidaten für den Parteivorstand. Es waren anwesend: Patrick Held, Franz Spitzenberger, Peter Zimmer, Alfred Meyer, Claudia Roth, Nico Hybbeneth, Roger Kuchenreuther, Jürgen Trittin, Werner  Winkler, Katrin Göring- Eckard und Renate Künast. Moderator war der Chefredakteur des Frankfurter Journals, Nils Bremer.  Zur Einleitung und als Abschluss sprachen Kordula Schulz-Asche und Tarek Al-Wazir einige Worte. Die Veranstaltung war mit ca 300 Zuhörern aus allen Teilen  Hessens sehr gut besucht.
Die vier uns allen bekannten Politprofis erinnerten an den bevorstehenden Wahlkampf und besonders Claudia und Jürgen ermunterten uns mutig und enthusiastisch in den nächsten Wahlkampf zu gehen.  Wobei Claudia von einer Vielzahl  von grünen Themen sprach, lag die Gewichtung von Jürgen klar auf einen schnelleren Vollzug der Energiewende und einer Umverteilung des Sozialproduktes. Z.B. durch Mindestlöhne und Finanztransaktionssteuer. Katrin sprach vorwiegend von der Wir-Partei; d.h. Inklusion für alle überall. Ihr Tipp für den Wahlkampf: Die Kandidaten sollten nicht nur sprechen, sondern einen alltagsbezogenen Wahlkampf führen, in dem sie nicht nur Reden, sondern auch zuhören. Renate lobte die Aufstellung Peer Steinbrücks als Kanzlerkandidat und als kompetentes Gegengewicht zur CDU Wirtschaftspolitik. Interessant war die Idee, einen alternativen Verfassungsbericht durch unabhängige Organisationen erstellen zu lassen.
Die weniger  bekannten Kandidaten zeigten sich stärker polarisiert und standen eindeutiger für bestimmte Teilbereiche grüner Politik. Sehr sympathisch war der Einsatz von Patrik Held  für Nachhaltigkeit, die er auch persönlich so weit wie möglich lebt und privat immer noch verbessert.  Diese sieht er  nicht nur auf Deutschland bezogen, sondern in einem internationalen Kontext.  Für Peter Zimmer  stehen  Arten-, Naturschutz, ein Stopp der schädlichen Einflüsse der  Agrarindustrie  auf unsere Ökosysteme und ein schnellerer Ausstieg aus der Atomkraft weltweit  im Vordergrund.
Beeindruckend auch der junge Nico Hybbeneth der sich vor allem für eine Vereinheitlichung des Schulsystems, mehr Gesamtschulen, kostenlose frühkindliche Förderung und Abschaffung der Studiengebühren einsetzt. Seine Ermahnung die Netzpolitik nicht den Piraten zu überlassen  ist sehr wichtig.
Werner Winkler aus Baden-Württemberg erzählte aus seinem Leben, was zeigt, dass man auch gegen eine seit Jahrzehnten übermächtige CDU gewinnen kann. Er setzt sich zusammen mit Nico für einen Generationenwechsel an der Spitze der Partei ein.
Roger Kuchenreuther sprach zunächst von den Zuständen die ihm nicht gefallen. Er ist gegen Massentierhaltung und Privatisierung der Bahn; Für die Abschaffung der Geheimdienste und eine Umstrukturierung der Polizei. Er bemerkte, dass man gegen Rechtsradikale vorgehen muss, dies aber auch  in weiten Teilen ein milieugebundenes und somit ein  gesellschaftliches Problem darstellt.
Alfred Meyer kandidiert hauptsächlich aus Frust über den Verlauf  bisheriger grüner Politik. Er ist gegen eine Koalition mit der SPD nach dem Bundeswahlkampf 2013.
Insgesamt war es eine interessante Veranstaltung, auch wenn wegen des Zeitmangels sicherlich viele Fragen an die Kandidaten offen bleiben. Wir haben zur Information ja noch den Schrägstrich und die Bewerbungsschreiben der Kandidaten online.  Ich finde es wichtig Personen auch live zu begegnen, um einen Eindruck von ihnen zu bekommen. Außerdem beobachtet man Dinge, die eine Kamera nicht zeigen; z.B das Verhalten der Teilnehmer wenn sie nicht reden. Auch das gehört zum Gesamteindruck. (Birgit Rinke)
                                      

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