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Das Kribbeln begann bereits am Frankfurter Bahnhof. Unsere erste grüne Frau in Hessen – Cordula – trafen wir am Bahnhof und je näher wir Hannover kamen, desto mehr grüne Kleidungsstücke – allem voran Schals, kleine Sonnenblumenanstecker oder auch das gute alte Strickzeug wurden sichtbar. Als in Hannover die Messehalle mit den grünen Fahnen, Wimpeln und Transparenten in Sichtweite kommt, steigt das Kribbeln noch mal an, bis es schließlich einer tiefen Freude und guten Laune endet. Überall Gleichgesinnte, überall Grüne – wunderbar!
Es ist meine erste BDK (Anna-Lena). Neugierig erkunde ich die AustellerInnenstände, stelle Fragen und treffe erste Bekannte. Das Bühnenbild in der großen Halle haut mich glatt vom Hocker – sieht einfach hammergut aus! (siehe Foto)
Die Hessengruppe und auch unsere Sitzplätze sind leicht zu finden. Mein Sitznachbar Timo aus Darmstadt ist sehr nett, unterhaltsam und es ist spannend aus dem jeweiligen KV zu hören. Dann geht es auch schon los… Die BDK wird eröffnet!
Nach allerlei Formalia kommt die politische Rede von Cem. Er nimmt die Delegierten mit und die Stimmung in der Halle ist super. Ein gelungener Start in das Wahljahr 2013. Es stehen Landtagswahlen in Niedersachsen (20.Januar), die Bundestagswahl (voraussichtlich September 2013) und natürlich die Landtagswahl bei uns in Hessen (voraussichtlich November 2013) vor der Tür. Und das Ziel ist klar: Schwarz-Gelb ablösen! Die Fehler der derzeitigen „Gurkentruppe“ mit ihrer „Gurkenkönigin“ werden aufgezeigt, vor allem aber werden die grünen Lösungen, Ideen und Vorschläge aufgezeigt. Das ist klasse. Ein klares „Nein“ zum Betreuungsgeld, ein „ja“ zu Kitaplätzen für alle Kinder ab 1 Jahr für all die, die einen solchen in Anspruch nehmen möchten, Unterstützung der Kreise und Kommunen vor Ort, echte Frauenpolitik, ein klares „Ja“ zu Europa, ein klares „auf jeden Fall“ zu schwul/lesbischen-Partner- und Elternschaften.
Es ist eine große Motivation der Delegierten, die die BDK aussendet. Die bevorstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen, die Bundestagswahl 2013 und all die anderen werden von Themen bestimmt, die zum Ziel haben, die schwarz-gelben Zukunftsverhinderer an den politischen Schaltzentren abzulösen. Die Unfähigkeit von Schwarz-Gelb die Fragen unserer Zeit zu beantworten soll beendet werden. Wir wollen falsche Signale für Familien korrigieren, wollen „Crazy-Horst und seine ORKS“ endlich die Grenzen aufzeigen und Frauen und Familien gute Wege in eine gute Zukunft aufzeigen. Es reicht nicht Herdprämien auszuschütten, um die Anzahl von Kinderbetreuungsplätzen statistisch gut aussehen zu lassen. Die zur Verfügung stehenden Gelder gehören in die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen gesteckt und nicht unsinnig an Menschen vergeben, die dieses Geld gar nicht benötigen, während die sozial Schwachen Außen vor bleiben.
Nach verschiedenen Workshops zur Europapolitik geht es weiter mit einem echten Highlight: Jürgen und Kathrin kommen unter frenetischem Beifall auf die Bühne, halten ihre Reden und leiten mit Musik, einem kleinen Tänzchen (naja, so ähnlich) und vielen „Grün gewinnt“-Schals den Wahlkampf noch mal richtig ein. Eine tolle Stimmung! (siehe Film)
Im Anschluss startet die Debatte rund um das Thema Außenpolitik. Hier wird neben dem Antrag des Bundesvorstands auch ein Dringlichkeitsantrag zum Konflikt in Syrien behandelt. Der Tag endet gegen 23:30h.
Der Samstag startet mit einem Hessentreffen: Tarek und Cordula stimmen uns Hessinnen und Hessen auf einen ereignisreichen Tag ein, beantworten Fragen, nehmen Stellung.
Die BDK startet mit dem Themenblock Sozialpolitik. Hier wird konstruktiv, respektvoll und ehrlich miteinander diskutiert. Im Anschluss folgen Haushalt und Satzung. Dann endlich: die mit Aufregung erwarteten Wahlen. Claudia trägt endlich wieder bunt und hält eine flammende, kämpferische und stellenweise sehr emotionale Rede. Die Halle brodelt, die Delegierten klatschen sich die Seele aus dem Leib. Als dann endlich das Ergebnis von 88% feststeht, gibt es Standing Ovation, einen Candystorm der Grünen Jugend und eine lachende Claudia. Im Anschluss werden auch Cem Özdemir, Steffi Lemke, Benedikt Mayer, Astrid Rothe-Beinlich und Malte Spitz in den Vorstand gewählt. Der Bundesschatzmeister Benedikt Mayer schafft dabei ein phänomenales Ergebnis von 97%. Er soll dafür eine Runde Bier ausgeben – will er aber nicht ;-)
Auch der Parteirat wird gewählt. Tarek erringt einen Platz. Darüber freut sich die hessische Ecke natürlich sehr! Auch der noch junge Rasmus Andresen vom KV Flensburg bekommt einen Platz, was zu einem heftigen Beifall in der Halle führt, kam er doch bei seiner Bewerbungsrede sehr sympathisch und inhaltlich gut aufgestellt rüber. Er selbst kann es kaum glauben und freut sich sehr!
Bis 0h beschäftigt sich die BDK mit den 15 am Freitag gerankten V-Anträgen. Allem voran ist hier sicherlich die Beschneidungsdebatte zu nennen, die jedoch hier nicht mit einem Votum versehen soll. Dafür ist das Thema viel zu komplex um zu so später Stunde ohne Stimmen von Betroffenen, Eltern, ÄrztInnen, VertreterInnen der Befürworter, GegnerInnen etc. gehört zu haben. Der Anstoß der Debatte ist längst geschehen, sie wird mittlerweile in deutlich beruhigter Atmosphäre geführt. Der späte Platz in der BDK-Tagesordnung unterstreicht, dass man sich hier Zeit für eine intensive Beratung lässt.   
Schade ist, dass zum Thema Werbeverbot für Nahrungsmittel innerhalb des Kinderprogramms im Fernsehen kein Votum zu bekommen war. Die Gegenrede bezog sich auf einen GRÜNE-Beschluss in Bayern, der den Antrag dort schon ablehnte, weil Werbeverbot im Fernsehen allein hilft nicht weiter. Zu dumm, dass weder die Antragstellerin, noch der Gegenantrag eine Alternative anbot.
Der Sonntag-Vormittag wird von der EUROPA-Debatte geprägt. Eine tolle Gastrednerin der neu gegründeten GRÜNEN-Partei aus Japan UIKO HASEGAWA, Vorsitzende Midori no TO, reißt das Publikum mit. Ihre Aussage, dass in Japan keine echte Demokratie herrscht, ist sicher nicht nur für mich (Gerhard) eine Überraschung. Nicht der Fakt, sondern die Klarheit dass GRÜNE in Japan einen echten Machtwechsel für notwendig erachten und sie sicher sind, dazu beitragen zu können ist eine mutige und entschlossene Ansage. Sie ist begeistert von den Wahlergebnissen der GRÜNEN in Deutschland. Auch die Ergebnisse in BaWü und Stuttgart sind ihr nicht entgangen. Sie schöpft daraus Kraft und Mut, um in Japan den Weg in die atomkraftfreie Zukunft zu gehen.
V.i.S.d.P.
Anna-Lena Groh und Gerhard Ohlig --- Kreisverband GRÜNE Bergstraße

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