25.11.2012

Grüne Kreis Bergstrasse: Gewalt an Frauen ist Gewalt an unserer Gesellschaft

Zum 25.11.2012
Worte zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Grüne Kreis Bergstrasse: Gewalt an Frauen ist Gewalt an unserer Gesellschaft

Die Politik kann den Weg zur gewaltfreien Gesellschaft ebenen – sie muss es nur wollen!
Gewalt hat viele Gesichter und Gewalt an Frauen, trifft die Töchter und Söhne, reflektiert auf die Männer, die dann gleichzeitig Täter und Opfer sind und trifft somit direkt die Gesellschaft. Dabei findet Gewalt nicht nur hinter verschlossenen Türen im häuslichen Umfeld statt, sondern ist im Wesentlichen auch Bestandteil unseres gesellschaftlichen Seins.
Sexualisierte Gewalt an Mädchen ist fasst schon Alltag, Vergewaltigungen in der Ehe, rituelle Gewalt, von der Verstümmelung, über die Zwangsverheiratung zum „Ehren“mord, all das findet unter uns statt.
Auch im Kreis Bergstrasse gibt es Fälle von Gewalt, denen wir politisch entgegentreten können, indem wir die Rahmenbedingungen für eine gewaltfreie  Gesellschaft liefern. Prävention beginnt bei uns vor Ort, in den Kindergärten, Schulen, Vereinen, und vor allem im Umgang mit uns selbst. Das Anerkennen der Unterschiedlichkeiten und die Wertschätzung unseres Gegenübers sind die Dinge, die wir direkt zur Gewaltfreiheit beitragen können.
Konkrete Schritte in Richtung Prävention sind der Ausbau der Kindertagesstätten verbunden mit guter personeller Ausstattung, die Umsetzung von Ganztagsschulen, damit der Bildung mehr Raum gegeben werden kann und nicht nur Wissen vermittelt wird, Frauenhäuser und Beratungsstellen sind finanziell abzusichern.
Frauen mit Migrationshintergrund leben oft in ihren Familien isoliert, was gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Wir müssen ihnen eine aktive Teilhabe in unserer Gesellschaft ermöglichen. Diese Frauen haben aus ihren kulturellen Hintergründen ein anderes Verständnis ihres Selbst. Sie haben sehr oft schwere Traumata erlitten, bevor sie zu uns in den Kreis Bergstrasse gekommen sind, sind oft Kriegsflüchtlinge, haben teilweise Vergewaltigung und/oder Folter erlebt und hoffen auf ein friedliches Leben in Deutschland. Dann erleiden sie rechte Gewalt auf offener Strasse, weil sie entweder eine andere Hautfarbe haben, oder anders gekleidet sind. Auch dieser rechten Gewalt müssen wir als Zivilgesellschaft entgegentreten.
So ist der 25.11. nicht nur ein internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen, sondern er ermahnt uns jährlich daran, was wir politisch noch alles umsetzen müssen. Deutschland, als Unterzeichnerin mehrerer internationaler Verträge einschließlich CEDAW, der Kinderschutzkonvention, sowie der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950, hat noch einen langen Weg vor sich. 
Wir Grüne werden weiter daran arbeiten, dass diese Grundrechte für alle Menschen in unserer Gesellschaft Anwendung finden.

©Autorin: Heidi Besas

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