21.12.2013

Heidi Besas aus dem Kreisverband Bergstraße in den Bundesfrauenrat gewählt

Heidi Besas

Auf der Landesmitgliederversammlung am 21.12.2013 von B90/Grüne
Hessen wurde Heidi Besas in den Bundesfrauenrat gewählt.
Bereits seit 1983 macht Heidi Besas engagiert Frauenpolitik auf lokaler, wie auch
nationaler und internationaler Ebene.
1998 ist sie Mitbegründerin des international tätigen Vereins FORWARD-Germany
e.V., der sich zur Aufgabe gemacht hat, eine besonders schwere Form von ritueller
Gewalt an Frauen und Mädchen zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um die
schädliche Tradition der Verstümmelung weiblicher Genitalien.
Seit ihrer Rückkehr in die aktive politische Arbeit 2010, engagiert sie sich für die
Einrichtung vorbeugende Maßnahmen für gefährdete Mädchen und das Anbieten
geeigneter medizinischer Hilfe für Betroffene auf lokaler, bzw. Länderebene.
Durch das Engagement von Frau Besas konnte die Entwicklung von Prävention im
Koalitionsvertrag zwischen CDU/Grüne festgeschrieben werden. Ein Novum auf
Länderebene.
Frau Besas begleitet betroffene Frauen mit ihren Familien, sie unterstützt, hört ihnen
in ihren Sorgen zu. Dabei sind die Hauptthemen aufenthaltsrechtlicher Art, sowie
Probleme mit der Gesundheit. Wie sich die Anwendung schädlicher Traditionen und
andere traumatische Erlebnisse, wie Krieg, Flucht, Zwangsheirat, Vergewaltigung,
auf die Frauen und ihre Familien auswirken, ist ihr gut bekannt.
Frau Besas möchte weiter mithelfen, insbesondere Frauen- und Mädchen mit den
unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen, nicht nur eine bessere Einbindung in
unser gesellschaftliches System zu ermöglichen, sondern auch, den Dialog mit ihnen
zu intensivieren. Welche Chancen und Probleme sich aus den unterschiedlichen
Kulturen ergeben, erlebt sie täglich.
„Mit der neuen Koalitionsvereinbarung haben wir richtungsweisende Verbesserungen
für die Menschen in Hessen festgeschrieben. Jetzt geht es darum, das geschriebene
Wort in Taten umzusetzen. Wir müssen die Kommunen zum Einen besser ausstatten,
damit sie genau diese Präventionsarbeit umsetzen können und zum Anderen,
Richtung Bundesregierung – deren Hausaufgaben einfordern. “ so Besas.

„Wir müssen Frauen, die zu uns geflüchtet sind, die hier teilweise schon Jahre ohne
gesicherten Aufenthalt und nur geduldet sind eine LEBENS Perspektive geben. Ihre
Kinder sind hier geboren. Deutschland ist ihre Heimat, „ sagt Frau Besas.
Im Jahr 2008 forderte Frau Besas mit anderen in Deutschland aktiven Organisationen
einen Nationalen Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung. Seit dem Jahr
2009 hat Frau Besas an einer Änderung des Strafgesetzbuchs mitgearbeitet, sowie an
der Einführung eines neuen Internationalen Diagnoseschlüssel.
Ab 2014 gibt es nun einen neuen ICD zur Abrechnung ärtzlicher Leistungen von
FGM (female genital mutilation) Betroffenen bei den Krankenkassen und es gibt
einen neuen Straftatsbestand: den § 226a „Verstümmelung weiblicher Genitalien“
(1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit
Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
(2) In minder schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf
Jahren zu erkennen.
Die Verjährungsfrist beträgt jetzt 20 Jahre ab Eintritt der Volljährigkeit des
Tatopfers.
Jetzt geht es daran, den Worten Taten folgen zu lassen. Heidi Besas wird ihre
Erfahrungen mit in den Bundesfrauenrat einbringen.

 

"Liebe Freundinnen und Freunde,

am 21.12.2013 wurde ich von der Landesmitgliederversammlung B90/Grüne Hessen in den Bundesfrauenrat gewählt. Dafür möchte ich auch den Mitgliedern von B90/Grüne aus dem Kreis Bergstrasse danken, die mir ihr Vertrauen und ihre Stimme gegeben haben.

Im Bundesfrauenrat werde ich NICHT NUR weiter an Vorschlägen, der Entwicklung und der Umsetzung von Prävention für FGM (= female genital mutilation/weibliche Genitalverstümmelung) gefährdeter Mädchen (- auch mit deutscher Staatsbürgerschaft) und Hilfe für FGM Betroffene in Deutschland arbeiten, sondern mich auch für Frauen einsetzen, die bisher aufgrund ihrer Lebenssituation keine Stimme haben. Hierbei handelt es sich schwerpunktmässig um Migrantinnen mit ihren Familien, die zumeist mit ungeklärten und ungesicherten Aufenthalt unter uns leben. Mit meinem Engagement möchte ich mit dazu beitragen, ihre Perspektiven mit ihren Kindern zu verbessern und ihre Integration in unser System zu erleichtern. 

An dieser Stelle möchte ich auch ausdrücklich Kordula Schulz-Asche (Landtagsabgeordnete Hessen und jetzt Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages) herzlich danken, die sich in den Sondierungsgesprächen und im Koalitionsvertrag zwischen CDU + B90/Grüne in Hessen für die Entwicklung von Prävention bei weiblicher Genitalverstümmelung eingesetzt hat. 

Mit herzlichen Grüssen,

Heidi Besas"

zurück

URL:http://www.gruene-bergstrasse.de/archiv/vergangene-jahre/das-jahr-2013/expand/499360/nc/1/dn/1/