Der neue Bundesvorstand: Benedikt Maier, Michael Kellner, Simone Peter, Bettina Jarasch, Gesine Agena, Cem Özdemir (Foto G.Ohlig)

Eine anfangs zähe BDK mit zu viel sich ständig wiederholender Kritik, aber auch Weihrauch hat es zwar geschafft die Partei wieder neu zu organisieren, aber „mir fehlt da noch der Turbo“ meint der Bergsträßer BDK-Delegierte Gerhard Ohlig. Der Bundesvorstand, der Parteirat und das Schiedsgericht sind neu gewählt, die Aufarbeitung der Wahlschlappe wurde in vielen Reden der Bewerber, aber auch vieler Mitglieder gestartet. Sie ist längst nicht zufriedenstellend, oder gar abgeschlossen. Aber es ist klar geworden, dass B90/Die Grünen verstanden hat. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst. Immer zu wissen was die anderen falsch gemacht haben ist nicht die richtige Haltung. Gemeinsam hat man erkannt, dass nur zusammen die vor uns liegenden Ziele erreicht werden können. Flügelgezänk ist dabei nicht hilfreich. Am Ende einer langen Werbung mit viel Herzblut für die Übernahme von Verantwortung in einer Regierung, wird auch Besonnenheit und Nüchternheit bei zukünftigen Aussagen zu Koalitions-Präferenzen notwendig sein. Als kleinste Oppositionsfraktion müssen wir schauen, dass Einfluss auch über die Länderregierungen erreicht werden kann. Hier wird HESSEN hoffentlich noch einen Beitrag leisten können, indem wir an der hessischen Regierung beteiligt werden.
Ein Teil der Arbeit wird auch sein, zu verstehen, wen / was man gerade verabschiedet hat. Bettina Jarasch bemerkte dies treffend in ihrer Bewerbungsrede zum Parteivorstand. Wir haben einen neuen Parteivorstand und Parteirat gewählt. Der erste Eindruck ist gemischt, von Erwartung und Zuversicht geprägt. Profis sind die „Neuen“ alle, aber Menschen mit Stärken und Schwächen sind sie auch. Aus Hessischer Sicht freuen wir uns, dass Tarek Al Wazir wieder in den Parteirat gewählt werden wollte und dies auch im ersten Wahlgang geschafft hat. Simone Peters, Cem Özdemir, Michael Kellner und die weiteren Mitglieder des Bundesvorstandes und Parteirates haben viel Arbeit vor sich. Die Flügel, die Cem in seiner Bewerbungsrede bereits ordentlich gestutzt hat müssen sich zusammenraufen. Der BuVo muss da moderieren und eine zukunftsfähige Schnittmenge zu einem Programm umwandeln. 
Lampedusa ist ein Synonym für europäisches Versagen in der Flüchtlingspolitik. Die Lage der Flüchtlinge ist verzweifelt. Beispielsweise im Zeltcamp am Oranienburger Platz in Berlin. Eine Herz zerreißende Rede der Betroffenen weckt die GRÜNEN, die eh schon sensibilisiert sind nochmals auf, um an den bescheidenen Gesetzen die konkrete Hilfe und vernünftige Aufenthaltsrechte verhindern, Änderungen herbeizuführen. Seit 2011 in Berlin ohne Rechte, ohne Arbeit, ohne Mittel sich selbst zu helfen ist die Situation unverschämt seitens der deutschen Behörden. Nicht nur die Aufenthalte sind schlimm. Auch die fehlenden legalen Wege nach Europa für Flüchtlinge tragen dazu bei, dass die Menschen bereit sind, die zu geringe Chance von 50% zu ergreifen um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Simone Peter und Cem Özdemir schenkten den Flüchtlingen eine Geste der Solidarität, was ihre Emotionen offensichtlich zu Überlaufen brachte.
Der Sonntag Vormittag war von gerankten V-Anträgen geprägt, die in souveräner Art und Weise abgearbeitet wurden. Wenige mussten aufgrund nicht angemessen zur Verfügung stehender Diskussionszeit auf spätere BDKs verschoben werden. So erhielten Sie auch ein dem Thema zustehendes Gehör. Z.B. „Verhältnis Staat, Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften auf eine neue Grundlage stellen“. Fragwürdig ist, so unsere BDK-Delegierte Aline Zuchowski, dass das Thema „Kirche, Staat…“ 9,5% mehr Stimmen für die Behandlung erhalten hat, als das Thema „Einrichtung einer AG zur Aufarbeitung und Aufklärung der gegen die GRÜNEN der 1980er Jahre erhobenen Vorwürfe der Unterstützung pädophiler Aktivisten und Bestrebungen“

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