26.09.2015

Landesfrauenrat in Limburg

Durch Vergewaltigungen auf der Flucht schwanger – Was geschieht mit den Frauen und den Kindern?

Die Sitzung des LFR fand vor der Landesmitgliederversammlung von B90/Grüne statt. In der Sitzung ging es hauptsächlich um die Vorbereitung der Wahl zum Bundesfrauenrat von B90/Grüne, in den die hessischen Grünen aufgrund von mehr als 5000 Mitgliedern 3 DelegiertInnen, sowie 3 ErsatzdelegiertInnen entsenden. Diesmal, so wurde mit Freude festgestellt, gab es mehr Bewerberinnen als Plätze zu vergeben sind.

Die Situation von Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern, sowie die bereits erfolgten sexuellen Übergriffe in Flüchtlingsunterkünften wurde besprochen. Die betroffenen Frauen zeigen diese Übergriffe nicht an, da sie keine Schwierigkeiten mit der deutschen Polizei haben wollen. Die haben Angst, dass so eine Anzeige negative Auswirkung auf ihr Asylverfahren haben wird. Ebenso herrscht Konsens, dass schwangere Flüchtlingsfrauen einen besonders sensiblen Umgang und auch Schutzräume benötigen, in denen sie zur Ruhe kommen können, sowie medizinisch und psychologisch betreut werden. Die Frauen sollten nicht mehr nach dem „Vater“ des Kindes gefragt werden, da viele Kinder aus Vergewaltigungen auf der Flucht gezeugt wurden. Die DelegiertInnen waren sich darüber einig, dass, wenn es möglich ist, gesonderte Schutzhäuser für Frauen mit ihren Kindern eingerichtet werden müssen.

Kurz angesprochen wurde der Internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25.11. stattfindet. Besas unterstützte die Landtagsabgeordnete Sigrid Erfurt (frauenpolitische Sprecherin) in ihrem Vorschlag, eine gemeinsame Aktion des Landesfrauenrats mit Aktionen in Wiesbaden durchzuführen. Das Schwenken der Fahnen eines deutschen Vereins sei nicht ausreichend an diesem Tag, so die Vertreterin aus dem Kreis Bergstraße.

Besas wies in der Sitzung noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass vor den Asylanträgen die Frauen sowie junge Mädchen aus Ländern wie z.B. Somalia, Eritrea, Sudan, Südsudan, Nigeria, Gambia, von BeraterInnen darauf hingewiesen werden sollen, dass FGM (weibliche Genitalverstümmelung) ein geschlechterspezifischer Asylgrund ist. Sind die Frauen und unbegleiteten Mädchen vor drohender Genitalbeschneidung geflohen, würde ihnen bei einer Rückführung in ihr Heimatland die Verstümmelung drohen. (von unserer Landesfrauenratdelegierten Heidi Besas)



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URL:http://www.gruene-bergstrasse.de/bergstraesser-delegierte/landesfrauenrat/expand/582071/nc/1/dn/1/