07.11.2011

Manfred Schäffer: Entlastung für Lehrer und Eltern

Die Evaluation des Pilotprojekts „Heppenheimer Schul- und Jugendhilfemodell“ durch die Universität Heidelberg zeigt, dass eine Fortführung des Projektes um weitere 2 Jahre sinnvoll ist. Angetreten war das Projekt im Jahr 2009 mit den Zielen, erstens, eine Entlastung der Lehrerschaft, Schulleitungen und Eltern zu erreichen, zweitens, den Rückgang der vorzeitig ausgeschulten Heppenheimer Schüler zu ermöglichen, drittens, den niederschwelligen und frühzeitigen Zugang zu dem Hilfesystem zu gewährleisten. Und nicht zuletzt durch alle diese Maßnahmen, die Transferleistung reduzieren zu können.

Zur Umsetzung dieses Projekts wurde ein Tandem gebildet, bestehend aus einer Sozialpädagogin mit einem Stellenanteil von 0,5 Stellen, einer Sonderpädagogin mit 6 Wochenstunden pro Woche, was einen Stellenanteil von 0,15 Stellen entspricht.

Zusätzlich wirken an diesem Projekt mit: eine Sozialpädagogin eines Schulverweigerungsprojekts mit einem Stellenanteil von 0,5 Stellen. Anteile einer Stelle „Aufsuchende Sozialarbeit“

Die Evaluation über den Zeitraum von 2 Jahren durch die Universität Heidelberg zeigt nun folgende Ergebnisse.

1. Eine Entlastung der Lehrerschaft, Schulleitung und Eltern beim Umgang mit stark auffälligen Schülern wurde durch die Evaluation nachgewiesen.

2. Ein Rückgang vorzeitig ausgeschulter Schüler konnte festgestellt werden.

3. Auch der frühzeitige und niederschwellige Zugang zum Hilfesystem hat sich bewährt.

4. Eine Reduzierung der Transferleistung konnte bisher nicht erreicht werden. Gleichwohl konnten die Mittel gezielter eingesetzt werden.

Im Evaluationszeitraum wurden 89 Fälle von dem Tandem betreut.  Dabei zeigte sich, dass alle 8 Schulen in Heppenheim beteiligt waren. Dies allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung. Beim Starkenburg Gymnasium war gerade mal ein Fall zu verzeichnen  und das bei 1150 Schülern. Die Siegfried-Schule dagegen - eine Förderschule - hatte  mit 21 Fällen bei 60 Schülern eine wesentlich größere Fallzahl pro Schüler. Dies zeigt, dass besonders die weniger privilegierten Schüler mehr Unterstützung benötigen. Die Kostenvorgabe des Projekts - veranschlagt war ein Kostenrahmen von 85.000 € pro Jahr - konnte auch eingehalten werden.

Für die Fortführung des Projekts fallen noch einmal 60.000 € pro Jahr an. Unseres Erachtens gut angelegtes Geld. Bedauerlich ist, dass das Staatliche Schulamt seine Beteiligung am Projekt im Juli 2012 einstellt. So sind die Heppenheimer Schulen gezwungen, die Stunden für die Sonderpädagogen-Stelle aus ihren eigenen Ressourcen zu realisieren. Nach dem das Projekt bisher so positiv gelaufen ist, ist es im höchsten Maße sinnvoll das Projekt weiter fortzuführen. Darüber hinaus sollte man, wie es im Beschlussvorschlag beschrieben ist, die Verwaltung mit der Prüfung beauftragen, dieses Modellprojekt ggf. auch auf andere Kommunen auszuweiten. Eine Abschlussevaluation soll im Rahmen des Umsteuerungsprojekts „Familien stärken – Zukunft schaffen“ realisiert werden.

Selbstverständlich kann ein Zwischenbericht im Jahr 2012 im ASS vorgestellt werden, der Fortschritte und Kosten des Projektes bewertet. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.



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