16.12.2013

Carmen Kunz bei der Kreistagssitzung am 16.12.2013 zum Nahverkehrsplan

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Ausarbeitung dieses Nahverkehrsplanes haben sowohl die Verwaltung mit den 3 Regionalkonferenzen und wir Grünen mit unseren Mitgliederkonferenzen versucht die Bevölkerung für den ÖPNV zu sensibilisieren und miteinzubinden.

Von keiner anderen hier anwesenden Partei wurde für den ÖPNV auf diese Art und Weise eine Lanze gebrochen. Seit 1 Jahr haben wir Grüne Gespräche mit VRN, Verwaltung, CDU geführt, warum nicht die SPD?

Der nun vorliegende Nahverkehrsplan 2014 – 2018 beinhaltet einige wichtige Punkte, die einerseits eine Wahlforderung von Bündnis 90 / Die Grünen, andererseits im Koalitionsvertrag von CDU und Bündnis 90 / Die Grünen zu finden sind und sich an der heutigen Mobilität im Kreis orientiert.

Unter anderem ist hier die Einrichtung des 30 Minuten Taktes im Busverkehr der 1. Ordnung hervorzuheben. Hiermit wird den BürgerInnen eine Alternative zum motorisierten Individual Verkehr zur Verfügung gestellt. In Verbindung mit den bestehenden und bis 2017 geplanten S-Bahnen können wir dann vom Kreis Bergstrasse im Halbstundentakt reden.

Der Weg zu einem Integralen Fahrplan ist mit einem neuen ITF-Knoten in Mörlenbach am Amtsgericht weiter verfolgt worden.

Erste Verknüpfungen in den Odenwaldkreis/der dortigen Verkehrsgesellschaft DADINA im Bereich Lautertal-Gadernheim und S-Bahn Erbach sollen angestrebt werden, um den Weg über alle Kreisgrenzen hinaus mit dem ÖPNV zu öffnen. Hiermit möchten wir den Gedanken der Metropolregion weiterverfolgen, verknüpfen und bestehende Barrieren abbauen.

Ganz wichtig ist uns eine offensive Informationspolitik für die Bevölkerung. Mit einem optimalen Vermarktungsangebot sollen die brachliegenden Potentiale den Weg zum ÖPNV finden. Dies gelingt nur, wenn wir Informationszentren einrichten, die das ÖPNV Angebot mit seinen Tarifen, Fahrtstrecken, Zusatzangeboten etc. an die Person bringen, aber auch Anregungen aus der Bevölkerung aufnehmen kann.

Und wir wären nicht die Grünen, wenn wir dabei nicht die Umwelt im Auge hätten. Auch die eingesetzten Fahrzeuge sollen sukzessive auf umweltfreundliche Antriebe umgestellt werden. Warum brauche ich Ihnen in der heutigen Zeit wohl nicht mehr erklären.


Weitere Punkte haben meine Vorredner bereits genannt und daher erspare ich mir deren Wiederholung, sie sind bereits als positiv bezeichnet worden.

Der vorliegende Nahverkehrsplan ist nicht als starres Schriftstück, sondern als Rahmen für den ÖPNV zu sehen. Dieser Rahmen lebt  von den Akteuren: Dem Dezernenten, uns als Kreistag, den Kommunen mit ihren Parlamenten. Auch bildet er zum 1. Mal die größtmögliche Mobilität für den Bürger/die Bürgerin im Kreis ab. Zu Fuß, mit dem Rad, mit dem eigenen Auto oder per Carsharing , mit oder ohne Mobilitätseinschränkung. Hiermit starten wir die Zukunft des ÖPNV´s im Kreis.

Der Plan enthält einige Punkte in Bezug auf die Finanzierbarkeit. Alleine der Ausbau von Mörlenbach beinhaltet Kosten um die 1,3 Mio Euro. Die Novellierung des PBefG´s, welches bis zu. 01.01.2022 eine vollständige Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Menschen vorsieht, fordert den Kreis aber vor allem die Kommunen in den nächsten Jahren auf sich über Baumaßnahmen und Finanzierung für Haltestellen Gedanken zu machen und diesen Taten folgen zu lassen. Dabei sollte stets ein Dialog mit der Kreisverwaltung in Bezug auf die Streckenführung und den techn. Bedarf geführt werden, um den Rahmen des Nahverkehrsplanes mit guten Entscheidungen zu füllen.

Klar muss uns allen sein, dass wir auch wenn wir es sehr gerne möchten, in der heutigen Zeit des Schutzschirmes und knappen Kassen, kein 100 Prozent perfekten Ausbau des ÖPNV´s und SPNV´s durchführen können. Vieles wird ein Wunsch bleiben und steht und fällt mit der Akzeptanz der Bevölkerung des Kreises zum ÖPNV.

Es ist ja Weihnachtszeit, lassen Sie mich zum Abschluss meiner Rede etwas wünschen: Mögen die BewohnerInnen ab 2014 den Schienen- und Busverkehr des Kreises rege nutzen und damit sorgen, dass Fall- und Vorgabenzahlen so stark steigen, dass die VRN spätestens beim nächsten Nahverkehrsplan 2018 Handlungsbedarf hat. (Carmen Kunz, es gilt das gesprochene Wort)

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URL:http://www.gruene-bergstrasse.de/kreistagsfraktion/fraktions-archiv/2011-2016/redebeitraege-2011-2016/redebeitraege-2013/expand/497411/nc/1/dn/1/